Madita_Grace&Flowers_De Ridder Gladiolen (10)

Meisterwerke von Madita

Gladiolen: Ein neuer Blick auf eine unterschätzte Blume

Die Floristikdesignerin Madita (Grace and Flowers) untersuchte die Möglichkeiten der Arbeit mit Gladiolen. Lange Zeit hatte die Gladiolenblume ein recht einseitiges Image: hoch, linear und vor allem vorhersehbar in der Verwendung. In der Praxis lässt sich das Material jedoch nicht so leicht in dieses Bild einordnen. Aktuelle Anwendungen zeigen, dass Form, Textur und Verarbeitung mehr Spielraum bieten, als oft genutzt wird.

Dies zeigt sich in Arbeiten, bei denen bewusst vom Standardansatz abgewichen wird. Durch die Verwendung von Sorten mit einer kräftigeren Struktur und einer stärkeren Schichtung der Blütenblätter verändert sich der Charakter der Blume. Die gewellten Ränder und das Volumen sorgen für eine andere Ausstrahlung, wodurch sich die Blume optisch von der klassischen Silhouette löst.

Für Madita war dies Anlass, sich erneut mit der Gladiolenblüte auseinanderzusetzen. Indem man wartet, bis ein Großteil der Blüten vollständig geöffnet ist, verändert sich das Verhältnis zwischen Blüte und Stiel. Der Stiel fungiert weniger als reines Tragelement und erhält eine eigene Rolle in der Formgebung, sowohl linear als auch kompakt.

Ein anderer Rhythmus
Auch in der Technik eröffnen sich neue Möglichkeiten. Durch das Aufspalten der Stiele und das Entfernen von Teilen der grünen Spitze erhält das Material einen anderen Rhythmus und einen kompakteren Charakter. Dabei zeigt sich, dass die Gladiolen weniger auf die Wasseraufnahme angewiesen sind, als oft angenommen wird. Auch bei der Trockenverarbeitung behält die Blume ausreichend Kraft, was beispielsweise Anwendungen in der Hochzeitsfloristik ermöglicht.

Die relativ lange Haltbarkeit in der Vase erfordert jedoch ein gutes Timing. Die Blüte entfaltet sich allmählich und erreicht erst in einem späteren Stadium ihre volle Pracht. In vollständig geöffneter Form haben manche Sorten eine optische Wirkung, die mit der von großblütigen Rosen vergleichbar ist. Das macht es interessant, gezielter zu planen und die Blume nicht nur als Ergänzung zu verwenden.

Breites Angebot an „
“ Die verwendeten Sorten – „Zamora“, „Pink Lightning“ und „Cera Corsage“ – zeigen, wie breit das aktuelle Angebot sowohl in Bezug auf die Farbe als auch auf die Form ist. Damit wandelt sich die Rolle der Gladiolen von einer saisonalen Wahl zu einem bewusster eingesetzten Gestaltungselement. Diese Entwicklung hängt mit der Züchtung und Spezialisierung der Züchter zusammen, die verstärkt auf Unterschiede in Form und Ausstrahlung setzen. Nicht das Volumen, sondern Charakter und Verwendbarkeit stehen im Vordergrund. Für Designer bedeutet dies eine breitere Arbeitsgrundlage und mehr Freiheit bei der Interpretation.

Die Gladiolen erfordern also weniger eine neue Technik als vielmehr eine andere Sichtweise. Sobald man sich der Blume nicht mehr mit festgefahrenen Annahmen nähert, entsteht Raum für Anwendungsmöglichkeiten, die zuvor außer Blickfeld blieben. 

Floristikdesignerin: Madita, Grace and Flowers
Produkt: Gladiolen (Flamenco-Serie)
Sorten: „Zamora“, „Pink Lightning“, „Cera Corsage“
Saison: ab August

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