„Es fasziniert mich, dass man immer etwas Neues schaffen kann.“

„Nach Abschluss meiner Floristikausbildung und meiner Meisterprüfung habe ich vor achtzehn Jahren als Freiberuflerin für große Hochzeiten, Messen und Unternehmen angefangen. Es fasziniert mich, dass man immer etwas Neues kreieren kann. Die Möglichkeiten sind endlos. Meine Inspiration hole ich mir überallher: aus der Natur, beim Reisen, aus den Jahreszeiten, aus den sozialen Medien oder einfach bei einem Spaziergang durch den Wald oder die Schlossgärten. Ich kombiniere Farben, Formen und Materialien in meinem Kopf und mache mich dann an die Arbeit.“

„Ich liebe es, gezüchtete Blumen mit Materialien aus der Natur zu kombinieren. Was man in der Natur findet, bekommt man nicht auf der Auktion, und was man auf der Auktion bekommt, findet man nicht in der Natur. Ich selbst liebe Orchideen, verschiedene Arten mit schönen Farben. Die verwende ich am liebsten in jedem Gesteck. Auch mein Wohnzimmer ist voller verschiedener Orchideenarten, die ich dann wieder zum Blühen zu bringen versuche.“

„Blumenarrangements dürfen auch eine Geschichte erzählen“

„Ein wichtiger Teil unserer Arbeit sind Trauerfloristik. Gerade dabei merke ich, wie besonders der Beruf des Floristen sein kann“, erzählt Pascal Zijlmans. „In einem der intensivsten Momente im Leben dürfen wir etwas schaffen, das Trost spendet, Erinnerungen verkörpert und Persönlichkeit zum Ausdruck bringt.“ Für ihn geht es bei der Trauerfloristik daher um Persönlichkeit, Bedeutung und Erlebnis. „Ein Gesteck muss wirklich zu der Person passen, für die es angefertigt wird. Als Florist kann man in einem so intensiven Moment noch etwas bewirken. Darin liegt eine enorme Kraft unseres Berufs.“

Pascal findet seine Inspiration in erster Linie bei den Menschen. „Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, seinen eigenen Charakter und seine eigenen Erinnerungen. Das versuche ich in meiner Arbeit zum Ausdruck zu bringen.“ Auch die Natur ist eine wichtige Inspirationsquelle. Er arbeitet gerne mit natürlichen Blumen, Pflanzen und Materialien und nutzt deren vielfältige Formen, Farben, Strukturen und Bewegungen. „Ich finde es schön, wenn ein Arrangement nicht zu perfekt oder gekünstelt wirkt, sondern geradezu natürlich und einzigartig.“

Pascal sieht ein wachsendes Bedürfnis nach Erlebnis und Sinn. „Die Menschen wollen nicht nur das Endergebnis sehen. Sie finden es auch interessant zu sehen, wie etwas entsteht und mit welcher Sorgfalt und Fachkenntnis es hergestellt wird.“ Darüber hinaus stellt er ein gesteigertes Interesse an natürlichen und biologisch abbaubaren Materialien fest. „Die Zukunft des Floristikberufs liegt nicht nur im Gestalten schöner Blumenarrangements, sondern vor allem darin, Geschichten zu erzählen, Erlebnisse zu schaffen und persönliche Aufmerksamkeit zu schenken.“

Landschaft in Linien

Nachhaltiger Steckschaum von Oasis bildet auf einer rechteckigen Unterplatte die Grundlage dieses Trauergestecks. Whitewash-Bonsai-Zweige wurden über den Steckschaum gelegt und mit Bindedraht auf natürliche Weise miteinander verbunden. Zwischen und durch die Zweige wurden Delphinium „Andes Azure“, Eryngium „Magnetar Questar“, Ammi majus und Gräser von Chasmanthium eingearbeitet. Die lockere, wiesenartige Anordnung verleiht dem Ganzen einen fast landschaftlichen Charakter. Blätter von Asplenium sorgen mit ihrem grauen Farbton für einen sanften Übergang zwischen den Farben und Materialien und verleihen dem Arrangement Ruhe und Zusammenhalt.

Ein persönlicher Willkommensgruß

Das Willkommensschild lässt sich mit einzelnen Namensschildern oder einer persönlichen Botschaft individuell gestalten. Schild, Korb und Blumenarrangement werden als ein Ganzes betrachtet, wobei die Blumen den Text einrahmen, ohne ihn zu verdecken. „Oasis Renewal“ im Korb bildet die florale Grundlage. Moluccella laevis, irische Glockenblumen und Allium sorgen für Höhe und ein offenes Linienspiel; Ammi majus mildert dies mit zarten Blütenständen ab. Delphinium ‚Bella Andes Azure‘ fügt Blau hinzu, während der sanfte Charakter der Blüten von Cotinus coggygria ‚Royal Purple‘ für Kontrast sorgt. Asparagus setaceus sorgt für Bewegung. Das Caladium-Blatt wurde aufgrund der Wasserversorgung an einem Wasserröhrchen befestigt.

Zartrosa mit einer verspielten Linie

Für die Beerdigung eines Mädchens gestaltete Pascal ein zurückhaltendes Blumenarrangement rund um einen Oasis BioLine BioWave. Der Untergrund bleibt sichtbar und bestimmt die Konturen des Entwurfs. Vollständig geöffnete, zartrosa Blüten der Paeonia „Sarah Bernhardt“ sind dicht aneinander angeordnet und folgen den Linien des BioWave. Dickes, ungefärbtes Schilfgras schlängelt sich zwischen und über die Pfingstrosen. Einige kräftigrosa Linien verweisen auf die dunkelrosa Flecken, die in den Blüten vorkommen können. Die Kombination aus einer geschlossenen Blütenfläche und einem zurückhaltenden Linienspiel verleiht dem Arrangement Ruhe, Sanftheit und einen kleinen verspielten Akzent.

Zurück zur Natur

Für einen Naturfriedhof wurde ein Arrangement entworfen, das aus biologisch abbaubaren Materialien besteht und zusammen mit dem Sarg beigesetzt werden kann. Oasis Terra Brick wird zwischen unbehandelten Holzstäbchen auf dem Sargdeckel eingeklemmt. Blätter von Petasites hybridus, dem Großen Hufblatt, liegen mit der Unterseite nach oben auf dem Untergrund und nehmen beim Trocknen dessen Form an. Delphinium „Triton Lavender“ und „Bella Andes Azure“ bestimmen das blaue Farbbild. Flach eingearbeitete Achillea „Red Dream“, Eryngium „Magnetar Questar“ und Sanguisorba „Red Dream“ sorgen für Farbe, Struktur und Bewegung. Asparagus densiflorus und Asparagus setaceus verbinden das Blumenarrangement mit dem Sarg. Vanda-Blüten werden über einen Bambusbehälter bewässert, der mit Oasis BioLine-Schnur befestigt ist. Diese Röhrchen können nach der Trauerfeier den Hinterbliebenen als Andenken mitgegeben werden.

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