„Brautkreationen sind florale Juwelen“

Die belgische Floristikdesignerin Chantal Post absolvierte die Meisterausbildung in Floristik in Vught. Als Vorsitzende des belgischen Floristenverbands Be-Florist setzt sie sich seit 2021 für die Förderung des Floristenberufs und die Unterstützung von Floristen ein.
Im Jahr 2024 gewann sie beim Féerie Florale in Alden Biesen den Titel der belgischen Landesmeisterin. Dieser Sieg sicherte ihr sofort die Teilnahme am World Cup Floral Art in Den Haag (2025), wo sie den achten Platz belegte.
„Ich liebe raffinierte Techniken, luxuriöse Materialien und schöne, außergewöhnliche Blumen. Brautsträuße sind für mich ein Beispiel für höchste Raffinesse. So werden meine Brautkreationen zu floralen Juwelen, die der Braut und dem Brautkleid eine zusätzliche Dimension verleihen.“
„Mit Leidenschaft und Liebe zum Beruf“

Ich finde es immer etwas ganz Besonderes, zu einem der schönsten Tage im Leben eines Menschen beitragen zu dürfen. Wie schön ist es doch, dass man aus Leidenschaft und Liebe zum Beruf das ultimative Erlebnis schaffen darf, das zu dem beiträgt, was für viele der „schönste Tag ihres Lebens“ ist?!
Von den groben Plänen, die das Brautpaar oder der Hochzeitsplaner selbst entworfen hat, bis hin zu den kleinsten Details, wie zum Beispiel das Einarbeiten eines Schmuckstücks eines verstorbenen Angehörigen in den Brautstrauß. Ich liebe es, mich dieser Herausforderung immer wieder neu zu stellen.
Heutzutage kommen immer mehr Bräute mit fertig ausgearbeiteten Moodboards von Pinterest in den Laden. Manchmal sind es echte „Bridezillas“, die nach und nach auftauen, wenn du ihnen zeigst, dass du über das nötige Wissen und Können verfügst, um ihren Traum zu verwirklichen. Auch hier ist es von großer Bedeutung, dass du deine Fachkompetenz ausstrahlst und deine Arbeitsweise klar erklärst. Gerade darin kannst du dich als Florist von anderen abheben!
„Blumen im Mittelpunkt“

Der Florist Jan de Ridder legt Wert darauf, im Kontakt mit Kunden genau zuzuhören, was diese wünschen, und dennoch seine eigene Note einzubringen.
„In jedem Blumenstrauß stehen die Blumen an erster Stelle. Der Rahmen ist eigentlich nur nebensächlich und dient lediglich dazu, die Blumen besser zur Geltung zu bringen.“
Jan liebt kräftige Farben wie Gold, Bordeauxrot, Blau oder Ocker. „Ein solch starker Akzent verleiht einem Blumenstrauß Kraft und bleibt den Menschen viel länger im Gedächtnis. Auch Farbkombinationen sind wichtig: Wenn sich eine Braut für Lila entscheidet, bleibe ich bei dieser Farbe. Wenn man beispielsweise Rosa daneben setzt, schwächt das das Lila eher ab.“
Jan hat keine Vorliebe für bestimmte Blumen, arbeitet aber am liebsten mit saisonalen Blumen. „Ich finde es schön, wenn man am Strauß erkennen kann, welche Jahreszeit gerade ist. So wähle ich im Winter Helleborus, im Sommer Dahlien und im Mai Maiglöckchen. Das hängt allerdings immer auch von der Verfügbarkeit ab.“
Blumen für eine persönliche Note

Der schönste Tag im Leben verlangt nach Blumenarrangements, die mehr sind als nur Dekoration: Er verlangt nach einem Objekt, das eine Geschichte erzählt und die Persönlichkeit der Trägerin unterstreicht. In dieser ausführlichen Sonderausgabe des DPK Floral Magazine
wir, wie die Grenzen des
traditionellen Brautstraußes verschwimmen und Platz für florale Kunst machen.
„Nicht nur schaffen, sondern bereichern“

Für den Floristikdesigner Max van de Sluis beginnt es manchmal nicht mit einer Form oder einer Technik, sondern mit einer einzigen Blume. „Eine Blume, die Aufmerksamkeit verlangt, die dazu einlädt, inne zu halten und ihren Charakter zu entschlüsseln. In dieser Serie habe ich mich von diesem Grundgedanken leiten lassen: beobachten, vertiefen, verstärken. Immer aus meiner eigenen Perspektive, aber mit Respekt vor dem, was die Blume bereits in sich trägt.“
Ausgehend von diesem Ansatz entstehen Blumensträuße, die mehr sind als nur eine Zusammenstellung von Materialien. „Sie haben eine eigene Stimme, eine eigene Ausstrahlung. Und genau darin liegt die Begegnung mit der Braut. Manchmal findet man einen Strauß, der sie widerspiegelt, manchmal unterstreicht der Strauß vielmehr, wer sie in diesem Moment ist oder sein möchte. In dieser Wechselwirkung entsteht etwas Einzigartiges: persönlich, vielschichtig und bedeutungsvoll. Vielleicht liegt darin die Essenz unseres Handwerks: nicht nur gestalten, sondern etwas hinzufügen. Eine zusätzliche Dimension schaffen, durch die nicht nur das Werk, sondern auch diejenige, die es trägt, gestärkt wird. Ein Strauß, der nicht nur schmückt, sondern etwas erzählt.“
„Und doch beginnt alles, immer wieder, mit etwas scheinbar Einfachem: Kommunikation. Die Fähigkeit, zuzuhören, zu übersetzen und anschließend mit Überzeugung zu zeigen, was möglich ist. Denn erst wenn eine Vision geteilt wird, kann sie wirklich zur Entfaltung kommen.“
Bezaubernde Gestecke voller Sommerblumen

Für Floristen ist der Sommer eine der reichhaltigsten Jahreszeiten. Von den ersten Pfingstrosen im späten Frühjahr bis hin zu Dahlien, die den Herbst ankündigen: Das Angebot ist breit gefächert, farbenfroh und voller Charakter. Dennoch erfordert diese Zeit Kreativität. Aufgrund von Urlaub, hohen Temperaturen und einem sich wandelnden Kaufverhalten ist der Sommer nicht gerade die einfachste Verkaufssaison.