Der Herbst lässt sich nicht auf eine einzige Farbe oder Form festlegen. Die Jahreszeit ist reichhaltig und üppig, zeigt aber zugleich, wie sich Schönheit wandelt und letztendlich vergänglich ist. Gerade diese Vielschichtigkeit macht den Herbst für Floristen und Blumendesigner so interessant. Materialien gewinnen an Charakter, Farben vertiefen sich, und auch Samenkapseln, Zweige und vertrocknete Formen werden zu wertvollen Bestandteilen eines Designs.
Genau diese Aufmerksamkeit für die Bedeutung steht im Mittelpunkt unseres Specials über Trauerfloristik. Blumen können bei einem Abschied das ausdrücken, was sich manchmal nur schwer in Worte fassen lässt. Das erfordert mehr als nur eine passende Form oder Farbe. Gutes Trauergesteck beginnt damit, zuzuhören, sorgfältig auszuwählen und die persönliche Geschichte in ein Design zu übersetzen, das dem Verstorbenen und den Hinterbliebenen gerecht wird. Handwerkliches Können und Einfühlungsvermögen liegen hier sehr nah beieinander.
Auch an anderer Stelle in dieser Ausgabe dreht sich alles um bewusste Entscheidungen. Tomas De Bruyne macht deutlich, dass Design mit der Frage beginnt, warum etwas da sein muss. Nicht die Blume oder die Technik bildet den Ausgangspunkt, sondern die Bedeutung und das Erlebnis, das ein Entwurf hervorruft. Ahti Lyra sucht diese Ausdruckskraft in Geschichten, die aus der Natur, Kultur und Symbolik seines Heimatlandes Estland entspringen. Ihre Visionen unterscheiden sich, berühren sich jedoch in der Überzeugung, dass Blumenkunst mehr ist als nur Dekoration.
Das sehen wir auch im „The Dorchester“ in London, wo Phil Hammond eine unverwechselbare florale Identität entwickelt hat, die sich bis ins kleinste Detail des Hotels durchzieht. Frédéric Dupré richtet den Blick in seiner Meisterklasse hingegen auf Textur, Farbe und Licht: Eigenschaften, die bestimmen, wie ein Entwurf tatsächlich erlebt wird. Außerdem besuchten wir die Landesgartenschau in Bad Nenndorf und „Floral Windows to the World“ in Singapur, zwei internationale Bühnen, auf denen die Vielseitigkeit des Fachs in vollem Umfang sichtbar wurde.
Mit dieser Ausgabe machen auch wir einen wichtigen Schritt. „ DPK Floral Magazine “ war über die Website bereits mehrsprachig verfügbar, erscheint ab sofort jedoch auch als vollständig englischsprachige Printausgabe. Damit können wir internationale Blumendekorationskunst nicht nur in den Niederlanden und Belgien präsentieren, sondern DPK auch einem breiteren, internationalen Fachpublikum greifbar näherbringen.
Dank unserer Zusammenarbeit mit der FM Group kann die englischsprachige Ausgabe über die Cash-and-Carry-Filialen von FleuraMetz mitbestellt werden. Indem das Magazin mit einer regulären Bestellung mitgeliefert wird, lassen sich die Versandkosten gering halten. Darüber hinaus ist die englischsprachige Ausgabe direkt in unserem Webshop erhältlich.
So wächst DPK weiter über Grenzen hinweg, während der Kern unverändert bleibt: Raum bieten für Handwerkskunst, Visionen und Blumendesign, das etwas zu erzählen hat. Viel Spaß beim Lesen!
Tjeerd Posthumus
Herausgeber